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Nov 24

Drachenfliegen vs. Gleitschirmfliegen

Übungshang mit Gleitschirm

Drachenfliegen vs. Gleitschirmfliegen

Drachenfliegen vs. Paragliding

Hang gliding vs. Paragliding

Rein von der Sache her sollen da Äpfel mit Birnen verglichen werden. Dass dieser Vergleich überhaupt gesucht wird liegt einfach nur daran, dass die Gleitschirm-Business-Szene ihre „vorteilhaften“ Argumente ohne direkte Beteiligung der Drachenszene den „Entscheidungssuchenden“ marketingtechnisch geschickt vorträgt und so die Entscheidung in Richtung Gleitschirmfliegen gekonnt steuert.

Wäre an sich kein Problem, wenn nicht 95% der Gleitschirmpiloten-Anfänger nach der Grund-Ausbildung und gekaufter Ausrüstung wieder aufhören würden und von den restlichen 5%, die das Gleitschirmfliegen aktiv weiter ausüben, nicht 95% Angst beim Fliegen hätten!!

Das ist Fakt!

Warum haben 95% der oftmals gut ausgebildeten Gleitschirmpiloten Angst beim Fliegen und warum haben 100% der gut ausgebildeten Drachenpiloten keine Angst beim Fliegen?

Antwort: Jedes „Flugzeug“ das vertrieben werden will, muss entsprechend seiner Verwendung bzw. seines Einsatzbereiches nachweisen, dass die Konstruktion sowohl negative als auch positive Kräfte aushält.

Beim Drachen sind das 4G negativ (Druckkräfte von oben) und 6G positiv (Zugkräfte von unten). Hieraus resultiert auch der gravierende Unterschied zwischen den beiden Flugsportarten, der insbesondere zu dieser permanenten Angst beim Fliegen führt.

Der Gleitschirm verträgt keine bzw. nur geringe negative Kräfte!!

In diesem Zusammenhang muss man wissen, dass insbesondere beim Flug in der Thermik, was für alle Gleitflugsportarten die Königsdisziplin ist, Turbulenzen mit enormen negativen Kräften im Scherbereich zwischen Thermik und Umgebungsluft immer auftreten (können).

Wie stark diese sind und wie stark sie den Gleitschirm bis hin zum Totalverlust zerstören zeigt sich immer erst dann, wenn man in diesem Grenzbereich unterwegs ist.

Da diese Störungen in thermischer Luft regelmäßig, abrupt und unverhofft auftreten, kann man sich dagegen auch als noch so guter Pilot nicht schützen. Anders ausgedrückt: Mit dem Gleitschirm ist man diesen negativen Kräften schutzlos ausgeliefert. Der Drachen bietet Schutz von 4G. Mir ist kein Fall bekannt, wo diese 4G nicht ausgereicht hätten!

Daher reicht es schon alleine, wenn man die passive Sicherheit miteinander vergleicht und herausstellt, dass der sichere Einsatzbereich des Gleitschirms weit unter dem des Drachens liegt.

Steigt die Windgeschwindigkeit etwas über die Trimmgeschwindigkeit des Drachens!! fliegen die meisten Gleitschirme schon rückwärts (Problematik ausfrischender Wind, der Gleitschirm wird mit dem Wind verblasen) und fliegt man mit dem dafür nur bedingt ausgelegten Gleitschirm (so wie die dafür sicherheitstechnisch ausgelegten Fluggeräte Drachen und Segelflugzeug) in turbulenter Luft (Thermik, Hindernisse, Lee) dann muss der Pilot immer mit einer massiven Störung bis hin zum Absturz rechnen.

Willst du also so gekonnt, so sicher und in denselben Flug-Bedingungen wie ein Adler genussvoll und mit Spaß und Freude fliegen, dann lass die Finger weg vom Gleitschirm und lass dich zum Drachenflug-Könner ausbilden.

Mit Angst zu fliegen macht definitiv keinen Sinn.

HG + GS1

Nachtrag zu dem Vergleich:

Vorne weg, ich habe überhaupt nichts gegen das Gleitschirmfliegen.

Jeder soll und darf das fliegen was er mag. Keine Frage!!

Ich habe allerdings sehr wohl etwas dagegen, wenn man „unbedarfte“ Flugsporteinsteiger, die einfach nur die Lust auf das freie Fliegen wie ein Adler verspüren, wider besseren Wissen und oftmals aus reiner Geschäftemacherei bewusst in die Angstfliegerei treibt.

Die Gleitschirmszene frägt immer gleich zurück: Wo ist das Problem?

Das Problem besteht einfach darin, dass 95% der Gleitschirm-Piloten über kurz oder lang beim Fliegen hautnah erleben müssen, wie unsicher Gleitschirmfliegen bei bestimmten Bedingungen, wie zum Beispiel bei Thermikfliegen, ist und, dass sie dadurch regelmäßig Angst beim Fliegen haben.

Die meisten davon Betroffenen übertragen diese Erfahrungen fälschlicher Weise auf die gesamte Fliegerei mit dem Resultat, dass ihnen durch die gezielte Fehlsteuerung für alle Zeiten die Lust auf das freie Fliegen wie ein Adler vergangen ist.

Sie sind für alle Zeiten raus aus der Fliegerei.

Ich wage zu behaupten, hätte man die Tausende von Gleitschirm-Aussteiger nicht in die Irre geführt, sondern ehrlich, neutral, kompetent und zielführend beraten, dann hätten sie sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gegen das Gleitschirmfliegen und höchstwahrscheinlich für das Drachenfliegen entschieden und würden heute noch mit viel Spaß und Freude wirklich wie ein Adler durch die Lüfte gleiten.

Ob die „angstfrei“ Begeisterung wie bei mir 36 Jahre anhält, darüber darf gerne spekuliert werden. :-)

 

1 Kommentar

  1. herbert warth

    genauso wie in deinem bericht beschrieben ist es.Dachte schon ich wär der einzige der so denkt.Flog seit 31 Drachen paralell lernte ich später gleitschirm fliegen.auf den streckenflügen wo ich bisher im karwendel unterwegs war lernte ich mit dem gls. das fürchten . Wo ich sonst mit dem Drachen in bester Leethermik aufdrehte ( Nordkette Ibk)ohne sorge lernte ich plötzlich an diesen bärten besser vorbei zu fliegen,als einen massiven klapper zu kassieren.Auch dasselbe im herbst am langkofel ,beinahabstürze in turbulenzen gehabt.Unter dem Drachen fühlte ich mich sicher auch bei starken Talwind der meist schon mehr als 40km/h am boden geht kann man noch gut landen wogegen der schirm in den eingelagerten turbulenzen zusammenklappt.seither fliege ich nur mehr mit kleinen schirmen welche nicht so anfällig sind aber auch kein so gutes gleiten haben.warum ich gewechselt bin ist das alter 68 und mein kreuz tut ständig vom schleppen der ausrüstung weh,also sonst wüürde ich nur Drachenfliegen

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